Abstinenzkontrollprogramme

 

Wird die Fahrerlaubnis wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss entzogen, ist es in vielen Fällen notwendig, vor einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) die Einhaltung der Alkoholabstinenz mit der Teilnahme an einem Abstinenzprogramm nachzu-weisen, um den Führerschein wiederzuerlangen.
Aber auch außerhalb der Fahreignungsbegutachtung kann ein Abstinenzbeleg erforderlich werden. So kann ein Arbeitgeber den Nachweis der Abstinenz einfordern, wenn es in Ver-bindung mit Alkohol- oder Drogenkonsum zu einer Abmahnung gekommen ist.



Forensische Akkreditierung im Rahmen der Fahreignungsdiagnostik

Das Labor Staber ist nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 für Forensische Zwecke im Rahmen der Fahreignungsdiagnostik akkreditiert.
Wir verfügen somit über die Berechtigung, Abstinenzkontrollprogramme im Rahmen der MPU verantwortlich durchzuführen. Damit können wir an mehreren Standorten in Deutschland die zeitnahe Ausstellung eines Alkohol-Abstinenzbelegs anbieten.

 

Abstinenzkontrolle für Alkohol und Drogen im Rahmen der MPU

Die für die Fahreignungsdiagnostik relevanten Anforderungen basieren auf dem Buch „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung, Beurteilungskriterien", Kirschbaum-Verlag. Herausgegeben wird es von der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin. In dem Buch sind die Regeln für den Ablauf des Abstinenz-Programms anhand sogenannter CTU-Kriterien (Chemisch-toxikologische Untersuchungen) eindeutig festgelegt.
Das bedeutet, um die Alkohol- und / oder Drogenabstinenz im Rahmen einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ausreichend belegen zu können, müssen die betroffenen Personen ein Kontrollprogramm gemäß der festgelegten CTU-Kriterien absolvieren. Deren Einhaltung bei den Laboruntersuchungen ist für die spätere Anerkennung des Abstinenzbeleges durch die Begutachtungsstelle ausschlaggebend.
Wenn Sie belegen müssen, dass Sie keinen Alkohol und / oder Drogen mehr zu sich nehmen, sind im Folgenden einige wichtige Punkte in Verbindung mit einem Labor-Kontrollprogramm für Sie zusammengefasst.

 

Broschüren Abstinenezkontrolle in den Standorten , als PDF zum download

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Bayreuth pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in Bayreuth
Hamburg pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in Hamburg
Heilbronn pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in Heilbronn
Kassel pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in Kassel
Dresden-
Klipphausen
pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in DResden-Klipphausen
München pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in München
Nürnberg pdf Dokument downloaden - Broschüre Abstinenezkontrolle in Nürnberg

 

 

 

Wie erhält man die Fahrlaubnis zurück?

 

1. Gespräch mit der Führerscheinstelle

 

Am Anfang steht ein Gespräch mit der Führerscheinstelle. Diese legt fest, welche Dokumente und Gutachten vorzulegen sind, um die Fahreignung nachzuweisen.
Im Fall eines Alkohol- oder Drogenvorfalls wird die Führerscheinstelle einen Abstinenzbeleg verlangen.
Der Zeitraum, über den hinweg die Abstinenz zu belegen ist, hängt vom Einzelfall und der persönlichen Vorgeschichte ab. Üblich sind halbjährliche Alkohol- oder Drogenkontrollprogramme mit vier Terminen, an denen der Klient zur Urinabgabe in das Labor kommt, oder ein einjähriger Zeitraum mit sechs Urinkontrollen. Es ist zu empfehlen, sich kompetente Unterstützung eines Verkehrspsychologen oder einer MPU-Beratungs- bzw. Vorbereitungsstelle einzuholen.

 

2. Durchführung des Abstinenzprogramms

 

Beachten Sie, dass Sie ein Abstinenzprogramm nur an bestimmten Stellen durchführen können. Die CTU-Kriterien schreiben vor, dass die Durchführung des Programms und die Probenahme durch einen Arzt der Gutachtungsstelle, einen Facharzt für Rechtsmedizin oder in einem, für forensische Zwecke akkreditierten Labor erfolgen muss. Andere Ärzte müssen eine entsprechende Zusatzqualifikation aufweisen. Das Labor Staber verfügt über die erforderliche Akkreditierung.

Zudem wird gefordert, dass die entnehmende Stelle dem Klienten gegenüber neutral ist und nicht in einen Interessenskonflikt kommt, wenn sich positive Befunde oder Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung ergeben. Deshalb sind behandelnde Ärzte (z. B. Hausarzt), (suchtherapeutische) Beratungsstellen sowie Rechtsvertreter ausdrücklich ausgeschlossen.

 

Die Abstinenz kann entweder anhand eines Urinkontrollprogramms oder mit Hilfe von Haaranalysen belegt werden. In beiden Fällen wird die Ethylglucuronid (EtG) - Konzentration im Urin oder Haar analysiert. EtG ist ein Alkohol-Metabolit (Abbauprodukt), mit dem ein zurückliegender Alkoholkonsum in der jüngeren Vergangenheit zweifellos nachgewiesen werden kann.

 

 

Variante 1: Urinkontrollprogramm

 

Einbestellung und Urinabgabe
Um sich für ein Kontrollprogramm anzumelden, genügt schon ein Anruf in unserem Labor. Wir vereinbaren mit Ihnen einen Termin für ein Informationsgespräch. Mit dem Tag der Anmeldung beginnt der Zeitraum der belegten Abstinenz.
Innerhalb des abgesprochenen Zeitraums werden Sie durch unser Labor zufällig zur Urinabgabe einbestellt. Die Abgabe hat stets unter Sichtkontrolle zu erfolgen. Die Termine zur Probenabgabe müssen durch uns unvorhersehbar und kurzfristig vergeben werden. Die telefonische Benachtrichtung erfolgt frühestens einen Tag zuvor. Es ist also sehr wichtig, dass Sie ausreichend flexibel sind und ständige Erreichbarkeit gewährleisten können!
Da auf diese Weise jederzeit mit einer Einbestellung zu rechnen ist und mit Hilfe der Urin-Analyse ein Zeitraum von mindestens zwei Tagen abgedeckt werden kann, ist mit diesem Verfahren ein längerfristiger Abstinenzbeleg möglich.

 

Abbruch des Programms

Die von uns erstellten Befunde sind durchgängig nummeriert. Alle Auffälligkeiten werden dokumentiert und führen mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass ein Gutachter den Abstinenzbeleg als nicht erbracht ansieht. Eine Auffälligkeit ist u. a. eine stark verdünnte Probe.
Abbruchkriterien sind:

 

• Ein positiver Befund

• Unentschuldigt versäumte Einbestellungstermine oder Nichterreichbarkeit

• Zum wiederholten Mal verschobene, wenn auch entschuldigte Termine,
   so dass eine lückenlose Abstinenzkontrolle nicht mehr gewährleistet ist

• Nachweislich manipulierte Proben

• 2 stark verdünnte Urinproben


• Überschreitung der maximal erlaubten Abwesenheitsdauer

 

In allen Fällen ist das Labor verpflichtet, das Programm unverzüglich abzubrechen.
Gleichzeitig ist in diesen Fällen jedoch der Neustart eines Programms jederzeit möglich.

 

Fehlzeiten und Urlaub

Natürlich kann es niemandem verwehrt sein, während eines Abstinenzprogrammes urlaubsbedingt oder aus beruflichen Gründen abwesend zu sein. Jedoch ist in solchen Fällen grundsätzlich zu beachten, dass eine Abwesenheit bzw. Nichterreichbarkeit mindestens 3 Werktage vorher schriftlich angekündigt werden muss.
Bei einem Programm über ein Jahr darf die Abwesenheit in der Summe nicht 8 Wochen (jedoch nicht länger als 6 Wochen am Stück) überschreiten. Bei einem halbjährlichen Programm darf man sich 4 Wochen abmelden. Nicht zuletzt ist es untersagt, Termine regelmäßig zu verschieben, da dadurch die Einbestellung durch den Klienten beeinflusst werden kann.

Krankheitsfälle und kurzfristige berufliche Termine müssen noch am gleichen Tag dem Labor mitgeteilt werden. Ein Attest durch den Arzt oder Arbeitgeber (keine Krankschreibung!) muss innerhalb von 3 Werktagen eingereicht werden. Anhand des Attests muss ersichtlich sein, dass das Erscheinen zur Probenabgabe unmöglich oder stark erschwert war! Liegt zum Zeitpunkt der Einbestellung keine Krankmeldung vor, ist ein späteres Nachreichen grundsätzlich ausgeschlossen!

 

 

Variante 2: Haaranalysenprogramm

 

Anders als im Urin ist es möglich, in Haaren den Genuss von Alkohol oder die Einnahme von Drogen oder Medikamenten noch nach Monaten nachzuweisen. Um zu bemessen, welcher Abstinenzzeitraum durch die Haarprobe abgedeckt ist, ist die Länge des abgeschnittenen Haars entscheidend: Da das Haar ungefähr 1 cm pro Monat wächst, müsste die Haarsträhne 12 cm lang sein, um einen ganzes Jahr belegen zu können.

Im Fall der Alkohol-Abstinenzkontrolle ist mit einer Haaranalyse ein rückwirkender Beleg nur über die drei letzten Monate möglich. Um ein Jahr abzudecken, müssen 4 Haarproben im Abstand von drei Monaten mit je 3 cm Länge abgegeben werden. Wenn Sie genau wissen, dass Sie in den letzten Monaten keinen Alkohol konsumiert haben, können Sie sofort eine Haaranalyse in Auftrag geben. Auf diese Weise können Sie bereits zurückliegende Abstinenzzeiträume einbringen.

Für einen Drogennachweis wird ein Zeitraum von maximal 6 Monaten anerkannt, hierfür müsste die Haarprobe mindestens 6 cm lang sein.
Ein Nachteil der Haaranalyse ist, dass gebleichte oder anderweitig kosmetisch behandelte Haare für eine Analyse nicht geeignet sind! Darüber hinaus ist zu beachten, dass eine Haaranalyse kostenintensiver ist als eine Urinanalyse.

Um eine Haarprobe abzugeben, können Sie mit uns telefonisch einen Termin abstimmen.


Urin- oder Haaranalyse?

 

Bei der Wahl des Analyseverfahrens spielt die persönliche Flexibilität sowie die Kosten der einzelnen Untersuchungen eine Rolle. Letztere hängen vom Unfang des zu erbringenden Abstinenzbeleges ab. Auch eine Kombination beider Verfahren kann sinnvoll sein. Wir beraten Sie gerne und stimmen das Programm auf Ihre Bedürfnisse ab.

 

 

3. Anerkannte Bescheinigungen und Gutachten

Für jede abgegebene Probe wird von uns ein Befundbericht ausgestellt. Waren am Ende des gewählten Untersuchungszeitraums alle untersuchten Proben negativ, wird ein Abschlussgutachten durch unser akkreditiertes Labor ausgestellt.

Durch Vorlage dieses Gutachtens gegenüber der MPU- und der Führerscheinstelle kann die Abstinenz belegt werden. Dieser Schritt ist die Vorraussetzung dafür, dass die Fahrerlaubnis zurückerhalten wird oder die Zulassung zur MPU erteilt wird. Das Resultat Ihrer MPU wird zusammen mit dem Abstinenzgutachten im Zuge der Neubeantragung der Fahrerlaubnis bei der Führerscheinstelle abgegeben.

 

Hinweis: Alkoholhaltige Lebensmittel und Pflegemittel meiden
Der Genuss von Lebensmitteln, die kleine Mengen Alkohol enthalten können, wie „alkoholfreie“ Getränken, reifes Obst (z. B. dunkle Bananen), Obstsäfte oder Sauerkraut in großen Mengen kann zu erhöhten EtG-Werten und damit positiven Befunden führen. Daher wird empfohlen, während des Abstinenzprogramms nach Möglichkeit ganz auf diese Lebensmittel zu verzichten. Darüber hinaus können alkoholhaltige Lösungsmittel am Arbeitsplatz und alkoholische Mundwässer Einfluss auf den Befund haben.
Bei Haaranalysen können zudem bestimmte Haarkosmetika zu einem erhöhten EtG-Gehalt führen.
In jedem Fall ist auch in solchen Fällen eine Ausnahme ausgeschlossen, die Abstinenz kann nicht belegt werden!

 

Kontakt
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Wenn Sie weitere Informationen zu einem Alkohol-Abstinenzprogramm oder ein Drogenscreening wünschen oder noch Fragen haben, die wir Ihnen hier nicht beantwortet haben, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch, schriftlich oder via E-Mail.

 

Quelle: W. Schubert et al.: Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung - Beurteilungskriterien, Bonn 2013, Kirschbaum Verlag, 3. Auflage

 

 


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