Untersuchungsprogramm


Abacavir-Hypersensitivitätsreaktion (HLA-B*5701)
HLA-B-Gen (Human leukocyte antigen B; Genort: 6p21.33; OMIM +142830)
Indikationverpflichtender Test vor Beginn einer Abacavir-Therapie
Material2-5 ml EDTA-Blut
Klinische BedeutungCa. 5 % der Patienten entwickeln unter Behandlung mit dem nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Hemmer Abacavir, welcher seit 1999 einen wichtigen Bestandteil der Therapie von HIV-Patienten darstellt, eine Hypersensitivitätsreaktion, die in einigen Fällen sogar tödlich verläuft. Als wesentliche Ursache dafür, wurde eine genetische Variante im humanen Leukozyten Antigen-System (HLA), das Allel HLA-B*5701, identifiziert. Die prospektive PREDICT-1-Studie, an der 1956 Patienten aus 165 Zentren in 19 Ländern teilgenommen hatten, belegt den klinischen Nutzen der HLA-B*5701-Testung zur Vermeidung von HSR: Die Studie ergab, dass eine Testung auf das Allel vor Therapiebeginn mit nachfolgendem Ausschluss HLA-B*5701 positiver Patienten von der Abacavir-Therapie zu einer signifikanten Verringerung der Häufigkeit Abacavir-induzierter Überempfindlichkeiten führt. Ca. 48 – 61% der Patienten mit dem HLA-B*5701-Allel entwickeln eine HSR auf Abacavir, verglichen mit 0% bis 4% der Patienten, die nicht Träger des HLA-B*5701-Allels sind. Es ist wichtig zu beachten, dass auch ein kleiner Teil der Patienten, die nicht Träger des HLA-B*5701-Alles sind, eine HSR entwickeln können. Daher ist bei klinischem Verdacht auf eine HSR, auch nach Ausschluss des HLA-B*5701-Allels, Abacavir abzusetzen und eine erneute Behandlung mit Abacavir zu vermeiden. Hypersensitivitätsreaktion:
Abacavir-induzierte Überempfindlichkeitsreaktionen treten in den ersten sechs Wochen der Behandlung auf und können lebensbedrohliche Verläufe nehmen. Die Symptome weisen auf eine Multiorganbeteiligung hin. Fast immer treten Fieber und / oder Hautausschlag auf. Weitere unspezifische respiratorische sowie gastrointestinale Symptome (Dyspnoe, Halsschmerzen, Husten, abnorme Röntgenthoraxbefunde, Übelkeit, Erbrechen,  Diarrhöe, Bauchschmerzen) können fälschlicherweise als respiratorische Erkrankung oder Gastroenteritis diagnostiziert werden. Nach Absetzen der Behandlung mit Abacavir verschwinden die Symptome für gewöhnlich. Eine erneute Behandlung mit Abacavir nach Abbruch aufgrund einer HSR führt zu einem schnellen Wiederauftreten und schwerwiegenderem Verlauf der Symptome innerhalb weniger Stunden und ist deshalb kontraindiziert.
MethodeHLA-B*5701 Typisierung mittels PCR und DNA-Sequenzierung
DauerCa. 1 Woche
LiteraturNN: Gentest ist Pflicht vor Therapie mit Abacavir, DÄ, 2008, 12: 644
http://www.bfarm.de/nn_1095560/SharedDocs/Publikationen/DE/Pharmakovigilanz/roteHandBriefe/2008/abacavir,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/abacavir.pdf
Mallal S et al., N Engl J Med, 2008, 358: 637-9

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