Untersuchungsprogramm


Chronisch myeloische Leukämie
Philadelphia-Translokation (BCR-ABL; Genort: t(9;22); OMIM *151410, 608232)
Indikation• Erstdiagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen einer CML, AML oder ALL
• Quantifizierung als Verlaufskontrolle nach erfolgter Therapie
Material2-5 ml EDTA-Blut
ErbgangSomatische Mutation
Klinische Bedeutung

Die Chronisch Myeloische Leukämie (CML) ist ein aus einer Zelle des Knochenmarks entstehender Blutkrebs im Erwachsenenalter. Die Myelocyten (weiße Zellen aus dem Knochenmark) werden stark vermehrt. Die Erkrankung verläuft chronisch und geht zwischenzeitlich und zuletzt in akute Krisen über. Bei etwa 90% der Patienten enthalten erkrankte Zellen des Knochenmarks ein Chromosom 22 mit einem verkürzten langen Arm (22q-; Philadelphia-Chromosom). Ursache ist die sog. Philadelphia-Translokation (s. u.): Sie findet sich bei über 95% aller Patienten mit einer CML, bei circa 2% der Patienten mit einer AML (akute myeloische Leukämie) und bei etwa 25% der Erwachsenen bzw. 5% der Kinder mit einer ALL (akute lymphoblastische Leukämie).

Genetik
Die Philadelphia-Translokation t(9;22) (q34;q11) entspricht auf der molekularen Ebene einer Fusion von zwei Genen (reziproke Translokation zwischen Chromosom 22 und Chromosom 9). Hierbei wird das Onkogen c-abl von Chromosom 9 in die sogenannte bcr-Region (breakpoint cluster region) auf Chromosom 22 verlagert. Aus der Fusion von kodierenden Sequenzen des ABL-Gens und des BCR-Gens wird ein Hybridgen gebildet, dessen Transkriptionsprodukt als BCR/ABL-mRNA in den betroffenen Zellen zur Bildung eines veränderten c-abl-Proteins mit gesteigerter Tyrosinkinase-Aktivität führt. Dies führt zur erhöhten Teilungsrate der betroffenen Zelle und schließlich zum Tumor.

Bei den individuellen Translokationsbruchpunkten lassen sich unterschiedliche Typen erkennen. Während das Bruchereignis auf Chromosom 9 jeweils innerhalb eines Exons des c-abl-Gens lokalisiert ist, finden sich auf Chromosom 22 unterschiedliche Bruchpunkte innerhalb zweier distinkter Regionen des BCR-Gens, der major- (M-bcr) und minor-(m-bcr) breakpoint cluster region. Hierdurch werden bei der Expression des Fusionsgens  entsprechend unterschiedliche Transkriptionsprodukte gebildet. Nahezu alle Bruchpunkte der CML-Patienten sind vom M-bcr-Typ, während bei Phpositiven ALL ca. 50% M-bcr und 50% m-bcr sind.

MethodeReal Time-PCR
Dauer1 Woche
LiteraturVardiman et al. WHO Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues (2008)
O’Hare et al, Blood 110:2242 (2007)
Pricl et al, Mol Cancer Ther 4:1157 (2005)
von Bubnoff et al, Cancer Research 63:6395 (2003)
MutationFusionsgen BCR/ABL

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