Untersuchungsprogramm


Hyperhomocysteinämie (MTHFR C677T und A1298C-Mutationen)
Methylentetrahydrofolat Reduktase-Gen; Genort: 1p36.3; MIM +236250
Indikationsiehe klin. Bedeutung
Material2-5 ml EDTA-Blut
Klinische Bedeutung

Das Enzym 5,10- Methylentetrahydrofolat- Reduktase wird durch eine C → T Punktmutation an Position 677 des entsprechenden Gens und dem daraus resultierenden Aminosäureaustausch von Alanin an Position 223 durch Valin zu einer thermolabilen Variante mit 50% erniedrigter Aktivität. Eine zweite Punktmutation A → C an Position 1298 führt ebenfalls zu einer signifikanten Aktivitätsverminderung des Enzyms. Letztendliche Folge ist die Entstehung einer Hyperhomocysteinämie durch eine beeinträchtigte Regeneration von Methionin aus Homocystein.

Einige epidemiologische Studien konnten zeigen, dass bei homozygoten Träger der MTHFR (C677T)- oder der MTHFR (A1298C)-Mutation oder kombiniert heterozygoten Trägern beider MTHFR-Mutationen (Compound-Heterozygotie) dann ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Thrombosen und arteriosklerotischen Gefäßveränderungen vorhanden ist, wenn infolge dieser Mutationen durch eine beeinträchtigte Regeneration von Methionin aus Homocystein eine Hyperhomocysteinämie vorliegt. Frauen mit einer homozygoten A1298C- oder C677T-Mutation oder mit beiden Mutationen (Compound-Heterozygotie) und bestehender Hyperhomocystinämie(!) haben zusätzlich eine Risikoerhöhung für wiederholte Aborte und bei vorhandener genetischer Prädisposition – auch Nachkommen mit Neuralrohrdefekten (Dysraphie-Syndrom).

MethodeAus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert. Innerhalb des MTHFR- Gens auf Chromosom 1p36.3 werden zwei Abschnitte, die jeweils einen der beiden Mutationsorte beinhalten, mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert. Das Vorhandensein der Mutationen wird durch eine reverse Hybridisierung nachgewiesen.
Dauer3-4 Tage
LiteraturFeder et al., Nat Genet 13:399- 408, 1996
Jazwinska et al., Nat Genet 14:249- 251, 1996
Beutler, Lancet 349:296- 297, 1997
Beutler, Am J Hum Genet 61:762- 764, 1997
MutationA1298C- und C677T-Mutation

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