Untersuchungsprogramm


Hereditäre Hämochromatose
HFE-Gen; Genort: 6p21.3; MIM +235200
IndikationKlinisch und laborchemisch begründeter Verdacht auf Hämochromatose, vor allem bei Hepatopathien.
Material2-5 ml EDTA-Blut
ErbgangAutosomal-rezessiv
Klinische Bedeutung

Die hereditäre Hämochromatose ist eine angeborene Eisenspeicherkrankheit mit autosomal- rezessivem Erbgang. Eine frühzeitige Diagnosestellung und entsprechende Therapie kann die schweren Organschäden (Leberzirrhose, hepatozelluläres Karzinom, u.a.) verhindern, die als Folge der  unbehandelten Erkrankung auftreten können. In der kaukasischen Bevölkerung beträgt die Heterozygotenfrequenz ca. 1:10 und die Homozygotenfrequenz 1:200 bis 1:400.

Bei ca. 64 - 92% der Hämochromatose-Patienten findet man im sog. HFEGen eine homozygote Punktmutation, die im entsprechenden Protein zu einem Aminosäureaustausch von Cystein nach Tyrosin an Position 282 (C282Y) führt. Hier konnte man ein deutliches Nord- Süd- Gefälle der Mutationsfrequenz (64% in Italien, 92% in Schweden) beobachten.

Außerdem findet man bei weiteren 4 - 5% der Patienten die C282Y- Mutation nur auf einem Allel und auf dem anderen Allel eine zweite Punktmutation, die zu einer Substitution des Histidins an Position 63 zu Asparaginsäure (H63D) führt. Diese kombinierte Heterozygotie C282Y/H63D führt zu einem erhöhten Risiko, eine hereditäre Hämochromatose zu entwickeln, jedoch mit einer geringen Penetranz von 0,5 - 1%. Selten entwickeln H63D Homozygote eine signifikante Eisenüberladung.

Eine dritte Mutation, die an Position 65 zu einem Austausch von Serin durch Cystein führt (S65C) kann ebenfalls in seltenen Fällen zu einer Hämochromatose führen. Vergleichbar mit H63D ist auch die S65C- Mutation in Kombination mit einer heterozygot vorliegenden C282Y-Mutation mit einer milden Form der Hämochromatose assoziiert.

Methode

Aus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert. Anschließend werden mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und allelspezifischen Primern definierte DNA-Fragmente arnplifiziert. Die DNA-Fragmente werden anschließend durch eine Agarose-Gelelektrophorese aufgetrennt. Der Nachweis erfolgt durch Anfärbung der Fragmente mit Ethidiumbromid.

Auch folgende Methode kommt zum Einsatz: Das Vorhandensein der C282Y, H63D bzw. S65C-Mutation wird über Schmelzkurvenanalyse nach Real-time  Polymerasekettenreaktion (PCR) unter Verwendung der fluorescence resonance energy transfer (FRET) Technik nachgewiesen.

Dauer3-4 Tage
Literatur

Frosst et al., Nat Genet 10:111- 113, 1995;
Fodinger et al., J Nephr 13(1):20- 33, 2000;
Fletcher, Kessling, Hum Genet 103:11- 21,1998

MutationC282Y, H63D, S65C

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