Untersuchungsprogramm


Glutathion-S-Transferase (M1, P1, T1)
GSTM1-Gen (Glutathion-S-Transfer. M1; Genort: 1p13.3; OMIM *138350)
GSTP1-Gen (Glutathion-S-Transfer. P1; Genort: 11q13.2; OMIM *134660)
GSTT1-Gen (Glutathion-S-Transfer. T1; Genort: 22q11.23; OMIM *600436)
IndikationIntoxikation, unerwartete Nebenwirkungen nach Medikamentengabe, verstärkte Reaktion bei Umweltgiften.
Material2-5 ml EDTA-Blut
Klinische Bedeutung

Glutathion S-Transferasen sind Enzyme, die das Peptid Glutathion an körpereigene und körperfremde Substanzen konjugieren. Dadurch entsteht eine erhöhte Wasserlöslichkeit und die Ausscheidung körpereigener und körperfremder Stoffe wird erleichtert. Neben der Glutathion Konjugation sind Sulfatierung, Acetylierung, Methylierung sowie Glucuronidierung weitere wichtige Schritte der Biotransformation. Als körpereigene Reaktion bei Exposition mit Fremdstoffen reagiert der menschliche Körper oft mit einer verstärkten Bildung von Glutathion S-Transferasen, mit dem Ziel, den Körper vor oxidativem Stress zu schützen.

Etwa 50% der europäischen Bevölkerung tragen eine Deletion des GSTM1 Gens, die für sich genommen keine bekannte pathologischen Bedeutung hat. Bei Exposition mit Fremdstoffen wie z.B. Benzpyren, polyzyklischen Kohlenwasserstoffen kann eine fehlende GSTM1 Enzymaktivität zu einer verstärkten Toxizität aufgrund DNA-schädigender Intermediärprodukte beitragen.

Typische Fremdstoffe, die durch die Enzyme der Glutathion S-Transferasen T1 metbolisiert werden, sind Methylbromid, Methylchlorid, Methyliodid, Ethylendibromid, Propylenoxid, Ethylenoxid, Dichlormethan, Bromodichlormethan sowie weitere halogenierte Kohlenwasserstoffe, Organophophate und Epoxide. Viele dieser Substanzen werden in verschiedenen industriellen Bereichen eingesetzt. Etwa 15-20% der Menschen der europäischen Bevölkerung weisen eine Deletion des GSTT1 Gens auf und sind somit nicht in der Lage GSTT1 Enzyme zu bilden. Träger des GSTT1 Gens können GSTT1 Enzyme bilden; durch Intoxikationen kann es aber auch zu einer enzymatischen Hemmung der GSTT1 Enzyme kommen.

GSTP1 Enzyme sind am Stoffwechsel von endogenen Metaboliten beteiligt und schützen Zellen, ähnlich wie GSTM1 und GSTT1, vor oxidativem Stress. GSTP1 konjugiert reaktive Metabolite aus der zur Gruppe der Alkylanzien gehörenden Zytostatika (z. B. Ifosfamid, Busulfan und Chlorambucil). Das Risiko, nach einer Chemotherapie an einer akute sekundären myeloischen Leukämie zu erkranken, ist für Personen, die eine Variation im GSTP1-Gen tragen, zwei- bis dreifach erhöht.

MethodePCR und Genotypisierung
DauerCa. 1-2 Wochen
LiteraturMannervik, B., Adv. Enzym. Relat. Areas Molec. Biol. 57: 357-417, 1985
Allan, J. M.et al., Proc. Nat. Acad. Sci. 98: 11592-11597, 2001
Pemble, S. et al., Biochem. J. 300: 271-276, 1994

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