Untersuchungsprogramm


Ehlers-Danlos-Syndrom (klassischer Subtyp)
EDS Typ I und II
(COL5A1, Collagen V, alpha 1; Genort: 9q34.2-q34.3; COL5A2, Collagen V, alpha 2; Genort: 2q31; OMIM #130000, *120215, *120190)
IndikationKlinischer Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom Typ I oder II.
Material2-5 ml EDTA-Blut
ErbgangAutosomal dominant
Klinische Bedeutung

Ehlers-Danlos-Syndrom ist eine heterogene Gruppe von genetisch bedingten Bindegewebserkrankungen infolge einer Störung der Kollagenbiosynthese oder Kollagenvernetzung. Gemeinsame Kennzeichen sind die Hyperelastizität der Haut mit erhöhter Zerreissbarkeit, eine Überstreckbarkeit der Gelenke, sowie die Neigung zu Hämatombildungen bis hin zu Rupturen der inneren Organe und der Gefäße.

Nach der „Villefranche-Klassifikation“ (s. Beighton et al., 1998) wurde das Ehlers-Danlos Syndrom in sechs Haupttypen unterteilt. Diese Subtypen unterscheiden sich in den für die Erkrankung verantwortlichen Genen. Eine klare Abgrenzung zwischen den einzelnen Subtypen aufgrund der Symtomatik ist durch die hohe phänotypische Variabilität der Erkrankung of schwierig. Durch eine elektronenmikroskopische Untersuchung des Bindegewebes aus einer Hautbiopsie gelingt häufig die Zuordnung aufgrund spezifischer Veränderungen der Kollagenfibrillen. Der  molekulargenetische Nachweis eines Gendefektes erlaubt ebenfalls eine eindeutige Typisierung und ermöglicht zum anderen eine gezielte Untersuchung von Familienangehörigen und gegebenenfalls eine Pränataldiagnostik.

Etwa 80% der Patienten mit Ehlers-Danlos-Syndrom weisen den „klassischen“ Subtyp (ehemals EDS Typ I und II) auf.

Das Krankheitsbild ist  gekennzeichnet durch eine starke Überdehnbarkeit und leichte Verletzbarkeit der Haut mit Neigung zu Hämatombildung auf, eine abnorme Wundheilung und eine atrophe Narbenbildung („Zigaretten-Papier Narben“). Die Gelenke zeigen eine Hypermobilität und sowohl Gefäße als auch innere Organe können ebenfalls betroffen sein. Typ II unterscheidet sich von Typ I nur durch einen milderen Grad der Ausprägung.

Bei etwa 50% der Patienten mit einem klassischen Typ des Ehlers-Danlos-Syndroms sind Mutationen im COL5A1-Gen oder im COL5A2-Gen nachweisbar, die zu einer verminderten Bildung oder der Bildung von funktional defektem Typ 5 Kollagen führen. Mehr als 80% der gefundenen Mutationen betreffen das COL5A1-Gen. Neumutationen und ererbte Mutationen sind dabei jeweils zur Hälfte vertreten. In Einzelfällen wurden auch Mutationen im COL1A1-Gen nachgewiesen.

MethodeAus einer Blutprobe wird genomische DNA isoliert und alle Exons des jeweiligen Kollagen-Gens einschließlich der Exon/Intron-Spleissstellen amplifiziert. Die Mutationssuche erfolgt durch direkte DNA-Sequenzanalyse der Amplifikationsprodukte.
DauerCa. 8-12 Wochen, bei bekannter familiärer Mutation 2 Wochen
LiteraturWenstrup and De Paepe, in GeneReviews (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1244/)
Malfait et al., Genet Med 12:597-605, 2010;
Richards et al., J Med Genet 35:846-848, 1998;
Beighton et al., Am J Med Genet 77:31-37, 1998
MutationPunktmutationen innerhalb von COL5A1 und COL5A2

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