Fachinformationen - Onkologie - Tumormarker

 

L A B O R I N F O R M A T I O N

 

Molekularzytogenetische Diagnostik bei Erstdiagnose und Rezidiven des Harnblasenkarzinoms

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Klinik:
Das Harnblasenkarzinom stellt 3% aller bösartigen Tumoren des Menschen dar. Männer sind etwa 4-x häufiger betroffen als Frauen. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt 65–70 Jahre. Leitsymptom des Blasenkarzinoms ist im Frühstadium typischerweise eine schmerzlose Hämaturie. Bei Erstdiagnose haben etwa 75% der Patienten ein oberflächliches Harnblasenkarzinom, 20% einen muskelinvasiven Tumor und 5% ein bereits fortgeschrittenes Stadium. Oberflächliche Karzinome (Carcinoma in situ (pTIS), pTa und pT1) neigen häufig zu Rezidiven (50-80 %), und in 15-25% kommt es zu einem progressiv-invasiven Verlauf.

 

FISH-Nachweisverfahren:
Harnblasenkarzinomzellen zeigen im Vergleich zu normalem Urothel häufig chromosomale Aneuploidien sowie Deletionen im kurzen Arm des Chromosoms 9. Diese Blasenkarzinomzellen werden auch in den Urin abgeschilfert. Der UroVysion Test ermöglicht nun, mittels Fluoreszens-in-situ-Hybridisierung (FISH) typische karziomassoziierte chromosomale Aberrationen an den Chromosomen 3, 7, 17 sowie am 9p21-Locus non-invasiv in Urinproben nachzuweisen.


In Verbindung mit den üblichen Standard-Diagnoseverfahren wie Zystoskopie und Urinzytologie trägt der UroVysion Test zur Erstdiagnose von Blasenkarzinomen bei Hämaturiepatienten sowie zum frühzeitigen Nachweis eines Harnblasenrezidivs bei und weist im Vergleich zur Zytologie eine deutlich höhere Sensitivität bei etwas geringerer Spezifität auf.  

 

Indikation:

  • • Abklärung von unklaren zytologischen Atypien
  • • Bestätigung zytologisch positiver Befunde bei fehlendem zystoskopischen Korrelat
  • • Frühzeitige Diagnose von Rezidiven in der Tumornachsorge
  • • Bessere Abschätzung des Rezidivrisikos nach Resektion eines Urotheltumors

Material:

  • • bitte keinen Morgenurin verwenden
  • • vor dem Entleeren ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich 
  • • zur Erhöhung der Zellzahl ist eine  körperliche Aktivität des Patienten nach dem Trinken und vor dem Entleeren der Blase hilfreich (Treppensteigen, Massage des unteren Bauchbereichs etc.)
  • • Mittelstrahlurin (ca. 100 ml) in einem Gefäß auffangen und anschließend in zwei mit Konservierungsflüssigkeit  vorbereitete 50 ml-Probengefäße überführen. Die Probengefäße können Sie bei uns im Labor anfordern.
  • • Probe sollte möglichst taggleich (Montags – Donnerstags, bitte nicht Freitags sowie vor Feiertagen) im Labor eintreffen, ggf. im Kühlschrank zwischenlagern.

 

Abrechnung: budgetbefreite Abrechnung nach EBM Kapitel 11

 

Literatur:
Yoo J-H et al., Cancer Genet Cytogenet 2010; 198:107 / Song M-J et al, Cancer Genet Cytogenet, 2010;198:144 / Sarosdy MF et al., J Urol, 2006, 176 (1): 44-7 / Laudadio J. et al., BJU, 2005 (96) 1280-1285: Bubendorf L et al.,  Am J Clin Pathol, 2001, 116: 79-86 / Halling K et al., Adv Anat Pathol, 2008;15(5):279-286 /  Grossfeld, GD,et al., Am Fam Phys. 2001;63(6):1145-1154.

 


 

 


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