Fachinformationen - Klinische Chemie

 

L A B O R I N F O R M A T I O N

 

Procalcitonin - effektiver Einsatz von Antibiotika in der Praxis


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Was ist Procalcitonin (PCT)
PCT ist eine Vorstufe des Hormons Calcitonin. Während Calcitonin nur in der Schilddrüse gebildet wird, wird PCT bei entsprechendem Stimulus einer bakteriellen Infektion vor allem in parenchymatösen Organen  gebildet und in die Blutbahn abgegeben.
Der PCT-Spiegel steigt infolge einer bakteriellen Infektion deutlich an. Bei Virus- und Autoimmunerkrankungen oder allergischer Reaktion steigt der PCT-Spiegel nur wenig oder gar nicht an.

 

Procalcitonin (PCT) - Unterscheidung bakteriell und viral 
PCT hat Bedeutung als Labormarker zum frühzeitigen Erkennen einer durch Bakterien ausgelösten  Infektion bzw. Sepsis. Bei tiefen Atemwegsinfektionen ist PCT geeignet, eine begründete Entscheidung für oder gegen eine Antibiotika-Therapie zu treffen. Außerdem ist der PCT-Spiegel geeignet, den Infektionsverlauf zu überwachen. Grundsätzlich gilt:       <0,25ng/ml bakterielle Infektion unwahrscheinlich
>0,25ng/ml bakterielle Inf. wahrscheinlich, Antibiotikagabe  empfohlen/indiziert
Mit dem Wert erhalten Sie eine individuelle Interpretation des Befundes, diese muss selbstverständlich immer im Zusammenhang mit Anamnese und Krankheitsverlauf gesehen werden.

 

Antibiotika-Einsatz optimieren und dadurch Resistenzentwicklung vermeiden
Rund 75% der ambulant verordneten Antibiotika werden bei Atemwegsinfektionen verschrieben.
Etwa 80% aller akuten Atemwegsinfektionen sind aber nicht bakteriell verursacht. Trotzdem wird in der Befürchtung, dass sich die Viruserkrankung durch eine zusätzliche bakterielle Infektion verkomplizieren könnte, ein Antibiotikum verschrieben. Andererseits werden Antibiotika manchmal auch zu spät eingesetzt, was zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. 
Die Messung des PCT kann bei tiefen Atemwegsinfektionen (akute Bronchitis, Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Pneumonie)  die initiale Antibiotikaverschreibung und die Dauer der Antibiotikagabe deutlich reduzieren. Das gilt sowohl im stationären als auch für den ambulanten Bereich der Hausarztpraxis.


Mehrere Studien belegen inzwischen, dass mit Hilfe der Untersuchung des PCT-Spiegels die Entscheidung zur Gabe von Antibiotika verbessert werden kann. Bei gleichen Therapieerfolgen kann in ca. 50% der Fälle das Antibiotikum eingespart werden. Außerdem kann die Häufigkeit  des Antibiotika-Einsatzes und die Menge der verordneten Antibiotika wesentlich verringert werden. 


Kinetik von Procalcitonin
Bereits 2–3(6) Stunden nach Induktion des entzündlichen Geschehens steigt der PCT-Spiegel an und erreicht maximale Werte nach 24 Stunden. Danach nimmt der Spiegel wieder ab (prognostisch günstig) oder verharrt auf hohen Werten bzw. steigt weiter an (ungünstige Prognose). Um den klinischen Verlauf einer Infektion/Sepsis zu beurteilen, sollte PCT wiederholt bestimmt werden. Falsch erhöhte Werte werden u.a. nach schwerer Operation, schwerem Trauma, schweren Verbrennungen, calcitoninproduzierenden Tumoren gemessen.

 

Vergleich mit CRP
Ein traditioneller Labormarker mit ähnlicher Indikation ist das C-reaktive Protein (CRP).  Im Vergleich des diagnostischen Werts der beiden Biomarker erlaubt das PCT ein deutlich rascheres Erkennen des entzündlichen Prozesses sowie seiner Schwere und darüber hinaus eine bessere Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Infektion.

 

Material: Serumröhrchen  Bitte diese Untersuchung als  EILIG  kennzeichnen (Aufkleber/rote Tüte) !


Untersuchungszeit: das Ergebnis bekommen Sie innerhalb von 24 Std. per FAX / DFÜ oder telefonisch 
Gern stehen wir Ihnen für Ihrer Fragen zur weitern klinischen Anwendung von PCT und darüber hinaus zur Verfügung.

 


 

 


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