Fachinformationen - Autoimmunerkrankungen

 

L A B O R I N F O R M A T I O N

 

HLA-Subtypisierung (shared epitope) bei rheumatoider Arthritis


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Die Hauptfunktion der HLA (Humanes Leukozyten Antigen) T-Helferzellen (CD4+-Lymphozyten) im Rahmen der Immunantwort körperfremde und körpereigene Antigene zu präsentieren.
Das HLA-System ist sehr polymorph, d.h für die meisten Genorte existieren zahlreiche genetische Varianten (sog. Allele). Die “klassischen HLA-Gene sind in zwei Regionen unterteilt, die zwei Klassen von HLA-Molekülen kodieren: HLA-Klasse I (HLA-A,-B,-C) und HLA-Klasse II (HLA-DR,-DQ,-DP).
Bei Trägern bestimmter Allele der HLA-DRB1-Region ist eine starke Disposition für die Rheumatoide Arthritis (RA) in beinahe allen untersuchten Bevölkerungsgruppen gegeben. Sämtliche dieser RA-assoziierten HLA-DRB1-Allele (= HLA-DRB1*04 [=serologisch HLA DR4]-Subtypen und HLA-DRB1*01-Subtyen) codieren in einer ihrer hypervariablen Regionen für ein Aminosäuremotiv bestehend aus fünf Aminosäuren (QKRAA, QRRAA oder RRRAA), das als "shared epitope" oder "rheumatoides Epitop" bezeichnet wird. Wie die Entstehung der RA durch das "Shared Epitope" der HLA-DRB1 Allele gefördert wird, ist nicht bekannt. Einer Hypothese nach existiert das "Shared Epitope" auch in den Antigenen verschiedener Mikroorganismen, fungiert dort in einem als Epitope für das Immunsystem und führt im Laufe einer Immunantwort schließlich zu einer Durchbrechung der Toleranz mit nachfolgender Produktion von Zytokinen (besonders TNF-alpha und IL-1). Durch die Zytokinfreisetzung wird die Entzündungsreaktion gefördet und führt zu einer Gelenkknorpelzerstörung . Neben dem stark erhöhten relativen Risiko für die Erkrankung an RA dient der Nachweis des"shared epitope" auch als prognostischer Marker für die Schwere und den Verlauf dieser Erkrankung. Durch einen stark ausgeprägten Gen-Dosis-Effekt zeigen Patienten bei Anwesenheit zweier rheumatoider Epitope häufiger eine früh einsetzende erosive Gelenkdestruktion als heterozygote Merkmalsträger.


Häufigkeit
Die RA tritt bei etwa 1 % der Bevölkerung auf und ist eine meist schubweise verlaufende, chronisch-entzündliche systemische Autoimmunerkrankung, bei der v. a. die Gelenke der Extremitäten symmetrisch betroffen sind und deren multifaktorielle Ätiologie bislang noch nicht vollständig geklärt ist. Bei Vorhandensein des "shared epitope" ist das Risiko, an RA zu erkranken, 5-10fach erhöht. Etwa 80-90 % der kaukasischen RA-Patienten sind homo- oder heterozygot für "shared epitope"-Allele, allerdings auch 20-30 % der gesunden Personen.

Lyme-Arthritis und das "Shared Epitope"

Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi verursacht häufig Lyme-Arthritis. Bei etwa 10% der Betroffenen persisiert die Arthritis auch nach der Behandlung mit Antibiotika und dem Abklingen der Infektion. Träger des "Shared Epitope" QKRAA auf Allelen der HLA-DRB1*04 (DR4)-Gruppe sind prädisponiert für diese Antibiotika resistente Form der Lyme-Arthritis.

Indikationen
- Prognose- und Differenzierungsmarker bei Patienten mit klinisch nachgewiesener Rheumatoider Arthritis
- Erfassung von Risikopatienten, bei denen eine frühzeitige aggressive Therapie sinnvoll ist
- Erkennung von Patienten mit einer antibiotikaresistenten Form der Lyme-Borreliose
- Prädiktive Untersuchung bei positiver Familienanamnese

 

Material:

separates 2 ml EDTA-Vollblut-Röhrchen

 

Abrechnungshinweis:
Diese Abrechnung dieser Untersuchung erfolgt nach Kapitel 11 EBM und belastet nicht Ihr Laborbudget.

 

 


 

 

 


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