Fachinformationen - Autoimmunerkrankungen

 

L A B O R I N F O R M A T I O N

 

Antikörper gegen Cyclisches citrulliniertes Peptid (CCP-AK)


Dezember 2012


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Die rheumatoide Arthritis (RA) betrifft ca. 1% der erwachsenen Bevölkerung und hat eine Inzidenzrate von ca. 30 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

 

In der Frühphase der Erkrankung ist die Diagnose oft nicht einfach zu stellen. Die Bestimmung des Rheumafaktors ist nicht immer hilfreich, da es sowohl RA-Fälle ohne Rheumafaktor-Nachweis also auch andere Erkrankungen wie Kollagenosen und Infektionen gibt, die mit einem positiven Rheumafaktornachweis einhergehen können.

 

Einen Fortschritt in der Labordiagnostik der RA stellen nun die Antikörper gegen das Cyclische citrullinierte Peptid dar. Diese Antikörper richten sich insbesondere gegen Citrullin, eine seltene Aminosäure, die durch das Enzym Peptidylarginindesaminase aus Arginin entsteht. Citrullin ist  wesentlicher Bestandteil des Proteins Filaggrin, das Keratinfilamente miteinander verknüpft. Citrulliniertes Fibrin wurde auch in der Synovia von Rheumapatienten gefunden. Durch die Citrullinierung verliert sich bei prädisponierten Patienten die Immuntoleranz gegen die betroffenen Proteine.


Patienten mit rheumatischer Arthritis weisen meist schon im Frühstadium der Erkrankung AK gegen Cyclisches citrulliniertes Peptid auf. Die Spezifität der CCP-AK (Zweitgeneration) liegt bei 95 - 99%, die Sensitivität ist mit 60-88% und ist vergleichbar mit der Rheumafaktor-Bestimmung. Die Kombination von CCP-AK und Rheumafaktor erhöht die Sicherheit zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis.

 

Sind beide Marker positiv, erhöht sich der positive prädiktive Wert auf 98%. Sind beide Marker negativ, beträgt der negative prädiktive Wert 92,5%.   CCP-AK haben somit eine hohe positive Voraussagekraft für die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis. Somit stellen diese Antikörper eine wertvolle Hilfe dar um frühzeitig mit einer antirheumatischen Therapie beginnen zu können.

 

Indikation:

V. a. rheumatoide Arthritis, DD der Kollagenosen


Material:

1 ml Serum


Hinweis:

Bei Patienten mit RA und Kollagenosen unter Langzeit-Basistherapie wird durch Verwendung der Ausnahmekennziffer 32023 Ihr Laborbudget nicht belastet.

 

Literatur:

- Genth: Rheumatoide Arthritis, JlabMed  26 (2002) 130
Vincent et al.: Detection of Antibodies to Deiminated Recombinant Rat Filsggrin by Enzym-Linked-Immunosorbent-Assay, Arthritis Rheum 46 (2002) 2051
- Labor und Diagnose; 7. Auflage

 


 

 

 


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